Digitalisierung der Arbeit: Weizenbaum-Symposium vernetzt Forschung, Politik und Wirtschaft

• Verbundvorhaben Weizenbaum-Institut richtet erstes Symposium aus
• Ziel ist es, den interdisziplinären Austausch zur Zukunft der Arbeit zu fördern
• „Die Gestaltung der Zukunft von Arbeit kann nur als ganzheitliche Aufgabe verstanden werden“, Axel Metzger, Gründungsdirektor des Weizenbaum-Instituts

Unter dem Leitthema „Zukunft von Arbeit und Innovation in einer vernetzten Gesellschaft“ fand am 15. Mai 2018 das erste Symposium des Weizenbaum-Instituts an der Technischen Universität Berlin statt. Knapp 200 Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft waren zusammengekommen, um sich über die jüngsten Forschungsergebnisse zur Digitalisierung der Arbeit auszutauschen. Das Symposium war Teil des Wissenschaftsjahres 2018 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das die Arbeitswelten der Zukunft in den Mittelpunkt stellt.

Wie verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt? Welche Chancen und Herausforderungen resultieren daraus für Unternehmen und Beschäftigte? Wie kann die Selbstbestimmung von Individuum und Gesellschaft in einer vernetzten Arbeitswelt gesichert werden? Diese und weitere Fragen werden am Weizenbaum-Institut in interdisziplinären Forschungsgruppen untersucht. Ziel des Symposiums war es daher, ein ganzheitliches Verständnis für den Wandel der Arbeit zu entwickeln, indem Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen – wie den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie der Designforschung und Informatik – zusammengeführt wurden.

Christian Thomsen, Präsident der Technischen Universität Berlin, eröffnete mit einem Grußwort das Symposium. In ihrem Impulsvortrag betonte Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF: „Die Bildungs- und Forschungspolitik trägt entscheidend zu chancenreichen Arbeitswelten der Zukunft bei: Sie ermöglicht digitale Bildung in Schule und Hochschule, stärkt die berufliche Bildung und die Weiterbildung, fördert die Forschung zur Zukunft der Arbeit und verbessert die Innovationsfähigkeit.“ Weitere Impulsvorträge gaben Kathrin M. Möslein, Vize-Präsidentin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Sabine Pfeiffer, Lehrstuhl für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Moderiert wurde der Auftakt des Symposiums von Axel Metzger, Gründungsdirektor des Weizenbaum-Instituts: „Die Gestaltung der Zukunft von Arbeit kann nur dann gelingen, wenn sie als ganzheitliche Aufgabe verstanden wird, in die Wissenschaft, Politik, Wirtschaft ebenso einbezogen werden wie die Gesellschaft. Das Weizenbaum-Symposium setzt an dieser Stelle an und bietet eine breite Plattform für den Disziplinen übergreifenden Dialog unterschiedlicher Akteursgruppen.“
Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, und Anke Hassel, Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, griffen das Thema in einer Podiumsdiskussion auf. Anke Hassel sah in der Digitalisierung vor allem einen Trend zur Polarisierung der Arbeit: Es sei sowohl ein Anstieg hochbezahlter als auch ein Anstieg gering bezahlter Arbeitsplätze zu beobachten. Diese Entwicklung gehe zu Lasten von Fachkräften mit mittlerem Qualifikationsgrad. Um der Digitalisierung der Arbeit adäquat begegnen zu können, plädierte Steffen Kampeter dafür, bessere Rahmenbedingungen für flexibles Arbeiten zu schaffen und eine Offensive für Lebenslanges Lernen und Weiterbildung zu starten.

Das Weizenbaum-Institut hatte im Vorfeld des Symposiums zur Einreichung von wissenschaftlichen Beiträgen zum Wandel der Arbeitswelt aufgerufen. „Wir freuen uns sehr über die große Resonanz auf unsere Konferenz“, erklärt Martin Krzywdzinski, Principal Investigator der Forschungsgruppe „Arbeiten in hoch automatisierten Prozessen“ am Weizenbaum-Institut. „Von den insgesamt 51 Einreichungen auf unseren Call for Abstracts hat das wissenschaftliche Komitee basierend auf einem Begutachtungsverfahren 19 hochkarätige Forschungsbeiträge ausgewählt, die auf dem Symposium in neun Panel-Sessions präsentiert und mit den Teilnehmenden diskutiert wurden. Zusätzlich konnten wir eine Reihe hervorragender Einstiegsvorträge für die Panel Sessions gewinnen.“



Über das Weizenbaum-Institut
Das Verbundprojekt Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft wird seit September 2017 von einem Forschungskonsortium aus Berlin und Brandenburg getragen. Diesem gehören an: die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aufgabe des Weizenbaum-Instituts ist es, die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte von Internet und Digitalisierung zu erforschen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierfür Fördergelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung.


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Die Geschäftsstelle des Verbundprojektes Weizenbaum-Institut hat ihren Sitz beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), das gleichzeitig Verbundkoordinator ist.