Vortrag am 13. Dezember 2018: “Wie autonom sind sogenannte autonome Waffensysteme – eine Begriffskritik”

Der Querschnittsbereich “Autonomous Systems and Self-Determination“ (ASSD)” des Weizenbaum-Instituts lädt zum Vortrag mit Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski der Universität Bremen ein. Dieser stellt die Auftaktveranstaltung einer Reihe dar, in der verschiedenste Praxisfelder gemäß unserer Leitfragen beleuchtet und im Anschluss gemeinsam diskutiert werden.

Seit über zehn Jahren sind bereits unbemannte Waffensysteme insbesondere Killerdrohnen im Einsatz. Sie funktionieren teilautonom, wobei vor allem der Waffengebrauch noch nicht von den Systemen eigenständig entschieden wird. Aber die Entwicklung vollständig autonomer Waffensysteme ist bereits im vollen Gange. Das ist äußerst bedenklich und gefährlich, weil damit nicht nur eine neue gigantische Rüstungsspirale ausgelöst wird und die Kriegsgefahr eher wächst, sondern auch weil es erhebliche technische und damit eng verbundene ethische Probleme mit sich bringt. So ist der Begriff der Autonomie im Zusammenhang mit Waffensystemen irreführend, denn es handelt sich um programmierte Systeme, die auf der Basis ihrer Programme die Entscheidung über Leben und Tod fällen. Aus technischer Sicht sind solche Entscheidungsalgorithmen, auch wenn sie Autonomie vortäuschen, in aller Regel unzuverlässig und unbeherrschbar. Mit dem Einsatz autonomer Waffensysteme wird das Kriegsvölkerrecht nahezu zwangsläufig gebrochen werden, denn rechtliche Vorschriften sind wohl kaum programmierbar.

Tonaufnahme des Vortrags (51 Min., mp3)
Wie autonom sind sogenannte autonome Waffensysteme – eine Begriffskritik

Präsentationsfolien des Vortrags (40 Seiten, pdf)
Wie autonom sind sogenannte autonome Waffensysteme – eine Begriffskritik

Paper zum Vortrag (6 Seiten, pdf)
Autonomie in technischen Systemen