Forschungsbereich 1: Arbeit, Innovation und Wertschöpfung

Die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt und der Wirtschaft in unseren Gesellschaften bringen für die Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Menschen sowohl Fortschritt als auch Gefahren mit sich. In der Arbeitswelt können die neuen digitalen Ansätze der Automatisierung und Vernetzung sowie die Nutzung künstlicher Intelligenz einerseits für die Beseitigung belastender Arbeitstätigkeiten und für die Ermächtigung von Beschäftigten genutzt werden, andererseits aber auch für eine verstärkte Standardisierung und Kontrolle der Mitarbeiter*innen. In den Visionen der Arbeitswelt der Zukunft dominiert das Bild einer hoch qualifizierten Arbeitskraft, die souverän komplexe cyber-physische Systeme reguliert. Aber wie ist dieses Zukunftsbild zu realisieren und wie verhindern wir, dass eine Vielzahl der heute Beschäftigten von dieser Entwicklung ausgeschlossen wird?

Einen ganz neuen Weg zur Stärkung der Selbstbestimmung in der digitalen Ökonomie eröffnen die Maker-Communities und Labs, in denen Nutzer*innen an der Entwicklung und Herstellung von Produkten beteiligt werden. Diese Kultur ermöglicht das Ausprobieren neuer Formen der Kooperation und der Beteiligung und wird somit zu einem Projektionsfeld für Hoffnungen auf eine neue Form des Wirtschaftens, in der die Selbstbestimmung der und des Einzelnen gestärkt ist. Unter welchen Bedingungen kann sie aber diese partizipativen Potenziale entfalten?

Auch in den etablierten Industrien verändern sich Innovationsprozesse in rasantem Tempo. So stellt die Entwicklung der Sharing Economy etablierte Formen des Wirtschaftens infrage. Solche Geschäftsmodellinnovationen erfordern gerade von etablierten Unternehmen radikale Veränderungen. Wie können Unternehmen diese Veränderungen bewältigen? Welche Auswirkungen haben diese Innovationsprozesse auf die bisherigen Industriestrukturen, Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt auch auf Beschäftigung?

Dieser Forschungsbereich soll im Institut im Rahmen von drei Forschungsgruppen untersucht werden, die sich folgenden Themen widmen:

Ausgehend von diesen Forschungsgruppen soll mittelfristig eine systematische branchen- und ländervergleichende Forschung aufgebaut und damit Grundlagenarbeit für die Analyse der mit Digitalisierung einhergehenden Umbrüche in der Arbeits- und Wirtschaftswelt geleistet werden. Grundlagenforschung soll mit der Entwicklung von Indikatoren der Digitalisierung von Arbeit, Wirtschaft und Innovationen verbunden werden, die für die wissenschaftliche Welt und für den Beratungsbedarf der Politik wertvoll sind. Im Zentrum der langfristigen Forschungsagenda steht das Ziel, eine Datenberichterstattung (etwa in Form öffentlich zugänglicher Datensätze und Publikationen) zum Thema Digitalisierung der Arbeit und Wirtschaft aufzubauen.