Demokratie und Digitalisierung

Forschungsgruppe 12

Ziel der Forschungsgruppe ist es, die Wechselbeziehung zwischen Digitalisierung und demokratischer Selbstbestimmung zu untersuchen. Es wird erforscht, wie sich liberal-demokratische Gesellschaften digitale Technologien aneignen und sie entwickeln, vor allem aber, wie sich Demokratie selbst im Prozess von Digitalisierung wandelt. Drei Schnittstellen dienen als Fokuspunkte der Forschung: Veränderungen im Feld von Grund- und Menschenrechten, von politischer Partizipation und von demokratischer Öffentlichkeit.

Rechtsentwicklung

So wird im Bereich der Rechtsentwicklung gefragt, inwiefern in Reaktion auf Digitalisierung grundlegende demokratische Rechte – etwa Privatheit oder Versammlungsfreiheit – konzeptionellem Wandel ausgesetzt sind, ob und wie sich grundrechtliche Schutzbereiche durch emergente Eingriffs- und Gefährdungsszenarien verschieben und entwickeln und inwieweit Grundrechte neu verstanden oder verfasst werden müssen.

Politische Partizipation

Im Feld politischer Partizipation geht es um die theoretische Frage, wie sich individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit wandeln und wie dieser Wandel demokratietheoretisch zu bewerten ist. So wird zum einen erforscht, welche mittel- und langfristigen Wandlungsprozesse Digitalisierung in Blick auf etablierte politische Partizipations- und Organisationsstrukturen auslöst, zum anderen, wie sich die Rahmenbedingungen politischen Handelns verändern, etwa in Bezug auf den nationalstaatlichen Regulierungsrahmen oder die veränderte Möglichkeit außerparlamentarischer Organisations- und Interventionsformen.

Wandel von Öffentlichkeit(en)

Im dritten Untersuchungsfeld, dem Wandel von Öffentlichkeit(en), geht es vorrangig um die Bedeutung algorithmischer Selektion von Informationen und deren Verbreitung im Kontext privatwirtschaftlich organisierter, global aufgestellter Plattformen. Dies wird kombiniert mit der Frage, inwieweit und mit welchen Mitteln Demokratien ‘ihre’ Öffentlichkeiten strukturieren und moderieren können. Die konzeptionelle Klammer der Forschungsgruppe bildet in allen Projekten die Verbindung demokratietheoretischer Horizonte mit den empirischen Befunden zur Entwicklung digitaler Kommunikationsinfrastrukturen.


Mitglieder der Forschungsgruppe

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Prof. Dr. Jeanette Hofmann

Principal Investigator

 

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Dr. Thorsten Thiel

Postdoc und Forschungsgruppenleiter

 

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Sebastian Berg

Doktorand

 

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Niklas Rakowski

Doktorand

 

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Karoline Helbig

Doktorandin

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Sonata Cepik

FORSCHUNGSGRUPPENASSISTENTIN

 

Tim König

Studentische Hilfskraft

 

Veza Clute-Simon

Studentische Hilfskraft