Nachrichten, Kampagnen und die Rationalität öffentlicher Diskurse

Forschungsgruppe 14

Diese Forschungsgruppe untersucht theoretisch und empirisch die Inhalte und Prozesse der politischen Kommunikation in digitalen Öffentlichkeiten mit Blick auf die Verbreitung von extremistischen Ansichten, Gerüchten, Diffamierungen und Lügen. Die Hybridität von Mediensystemen, in denen sich Online- und Offline-Kommunikation überschneiden und gegenseitig informieren, die Konstellationen der Akteure und die Dynamiken der Diskurse begünstigen hier flüchtige und fragmentierte Themenöffentlichkeiten.

Zudem lässt sich beobachten, dass sich die Qualitätsmaßstäbe und die Wahrheitsansprüche in der Öffentlichkeit der sozialen Netzwerke und der nutzergenerierten Kommunikation verschieben, ohne dass die Folgen für das Informationsniveau und -verhalten der Bürger*innen absehbar sind.

Eine wichtige Frage ist, welche Bedingungen und Kontextfaktoren die Mechanismen und die Dynamiken von sogenannten „postfaktischen“ Nachrichten und Diffamierungskampagnen beeinflussen. Welche Unterschiede gibt es zwischen der Rhetorik von rechten und linken Gruppen, populistischen und traditionellen Parteien in den digitalen Medien und Netzwerken? Wie unterscheiden sich nutzergesteuerte Kommunikationen und algorithmenbasierte Kampagnen (z. B. Meinungsroboter)?

Im Zentrum stehen zwei Fragestellungen:

  1. Welche Formen und Typen von politischen Kampagnen begegnen uns in der digitalen Welt und wie verbreiten sich welche Argumente auf welchen digitalen Plattformen und Netzwerken?
  2. Social Media, Social Bots und Desinformationskampagnen: Welche Faktoren beeinflussen politische Themenkarrieren in hybriden Mediensystemen?

Aktuelle Publikationen und Paper:
Keller, T.R. & Klinger, U. (2018). Social bots in Germany’s 2017 national election campaign: Theoretical, empirical and methodological implications. Best Paper Award, International Communication Association ICA Political Communication Section, Mai 2018.

Klinger, U. & Svensson, J. (2018). The end of media logics? On algorithms and agency. New Media & Society.

Klinger, U. (2018). Aufstieg der Semiöffentlichkeit: Eine relationale Perspektive. Publizistik, 63(2), 245-267.

Klinger, U. (2018). Semiöffentlichkeit und politische Mobilisierung. In Hepp, A., Kubitschko, S., & Marszolek, I. (Hrsg.). Die mediatisierte Stadt (pp. 195-209). Springer VS, Wiesbaden.


Mitglieder der Forschungsgruppe

Card image cap

Prof. Dr. Barbara Pfetsch

Principal Investigator

 

Card image cap

Prof. Dr. Ulrike Klinger

Forschungsgruppenleiterin

 

Card image cap

Annika Schütz

Forschungsgruppenassistentin

 

Card image cap

Paul Samula

Doktorand

 

Card image cap

Franziska Martini

Doktorandin

 

Card image cap

Frederik Körber

Studentische Hilfskraft

 

Card image cap

Tizian Distler

Praktikant