Digitalisierung und vernetzte Sicherheit

Forschungsgruppe 19

Mit der Digitalisierung nahezu aller technischer und gesellschaftlicher Lebensbereiche einhergehend, bestimmt eine immer weitergehende Vernetzung von Mensch und Technik – aber auch von Technik und Technik – die Zivilgesellschaften des beginnenden 21. Jahrhunderts. Angriffe auf diese Kommunikationsbeziehungen und Infrastrukturen können gravierende Folgen für Individuen und Verbünde nach sich ziehen. Die Verschlüsselung eines privaten Rechners, die Industriespionage durch Trojaner oder ein durch Angriffe auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) provozierter Black-Out sind plakative Beispiele für diese Bedrohungslage.

Die Forschungsgruppe 19 “Digitalisierung und Vernetze Sicherheit“ untersucht technologische und soziologische Aspekte der Sicherheit von IuK-Systemen. Sicherheit wird hierbei als Angriffssicherheit (engl. „Security“) definiert, wobei sowohl reelle als auch subjektiv gefühlte Sicherheit Gegenstand der Betrachtung sind.

Technik – Technik – Beziehung

Schon heute sind Tendenzen erkennbar, dass in den menschlichen Habitaten der Zukunft bisher diskrete Gegenstände – Gebäude, Transportmittel und Geräte – intelligent werden und untereinander verschiedene Formen von Kommunikation und Interaktion nutzen werden.

Wie erreichen wir es, in dieser Zukunft der vielen eigenständig kommunizierenden Objekte Sicherheit für Infrastrukturen, Handlungen und Daten zu gewährleisten? Welchen Gefahren und Angriffen können diese vielfältigen Kommunikationskanäle zwischen Technologien in der Zukunft ausgesetzt sein? Und wie können wir schon heute Grundlagen schaffen, damit die vielen interagierenden Infrastrukturen, Technologien und Objekte geschützt und verlässlich ihre Aufgaben verrichten? Insbesondere Fragen zur Sicherheit, Wartung und Resilienz des Internet of Things (IoT) sind in diesem Kontext von der Forschungsgruppe genauer in den Blick genommene Aspekte. Weitere Forschung wird sich mit neuen Paradigmen von Informationsnetzwerken auseinandersetzen und diese insbesondere im Kontext von Ausfallsituationen bestehender Infrastruktur betrachten.

Mensch – Technik – Beziehung

Bei der Sicherheit vernetzter Infrastrukturen sind nicht nur technologische Gestaltungs- und Schutzmaßnahmen relevant, sondern vor allem auch der Mensch in Interaktion mit immer komplexeren IuK-Infrastrukturen sowie undurchschaubaren Informationsverarbeitungs- und -weitergabeprozessen. Mit fortschreitender Digitalisierung wird die Interaktion mit Technologie einfacher und alltäglicher, jedoch entwickelt sich das Verständnis der zugrunde liegenden Verfahren und den damit einhergehenden Gefahren nicht im gleichen Maße.

Mit welchen Erwartungen und Ängsten ist die Nutzung von IuK-Technologien besetzt? Welche Möglichkeiten der Sensibilisierung und Kompetenzbildung gibt es angesichts der häufig unsichtbaren und für den Laien schwer nachvollziehbaren Angriffsvektoren und Abwehrverfahren?

Im Untersuchungsgebiet „Mensch – Technik – Beziehung“ wird erforscht, wie Angriffe und Abwehrmaßnahmen aus dem Verborgenen heraus sichtbar und erfahrbar gemacht werden können. Ziel ist es, die Mechanismen auf einer intuitiven, emotionalen Ebene zugänglich zu machen, um beim Nutzer IT-Sicherheits-Kompetenzen zu generieren und damit eine Befähigung zum besseren Handling der immer neuen Bedrohungslagen zu bewirken.

Zweiter Schwerpunkt dieses Teilgebietes ist die Analyse des Sicherheitsempfindens von Individuen gegenüber digitalen Unsicherheiten und Risiken. Deren Auswirkungen werden aus der Perspektive einer auf Sicherheit und Kontrolle fokussierten Gesellschaft sowie unter Transparenzgesichtspunkten – auch über das Individuum hinaus – untersucht.


Mitglieder der Forschungsgruppe

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Prof. Dr. Manfred Hauswirth

Principal Investigator

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Richard Huber

Forschungsgruppenleiter

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Selma Lamprecht

Doktorandin

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Otto Hans-Martin Lutz

Doktorand

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Evren Kücükbayraktar

Doktorandin

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Pouyan Fotouhi Tehrani

Doktorand

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Jan Kopankiewicz

Studentische Hilfskraft

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Manuel Schneiderbauer

Studentische Hilfskraft

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Jakob Gerber

Studentische Hilfskraft