Produktionsmöglichkeiten
der Maker-Kultur

Forschungsgruppe 2

Mit dem Begriff der „Maker-Bewegung“ werden Netzwerke von Produzenten beschrieben, die dezentral durch digitale Produktionsmöglichkeiten wie Rapid Prototyping neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und schaffen. Ort des Produzierens sind in vielen Fällen sogenannte Labs, die die strikte Trennung von Büroarbeitsplatz, Computerlabor und Maschinenwerkstatt aufheben und in ein offenes Ökosystem der Akteure und Ressourcen eingebettet sind. Entwicklungsprojekte können aufgrund der Vernetzung weltweit dezentral durchgeführt werden, wodurch die Labs als Innovationsbeschleuniger wirken können.

Die Forschungsgruppe konzentriert sich auf drei zentrale Fragen:

1. Wie verändert sich die Innovationsentwicklung durch offene Lab-Infrastrukturen?

Untersucht werden Organisation und Ablauf von Innovationsprozessen in den Labs sowie ihre Einbindung in etablierte Innovationsinfrastrukturen in Unternehmen und Branchen. Diese Einbindung erfordert sowohl die Öffnung etablierter Strukturen für die Besonderheiten der partizipativen Innovation im Lab als auch die Integration von etablierten Unternehmen in die Labs selbst, um das benötigte Geschäftswissen zu transferieren. Analysiert werden die Einsatzmöglichkeiten der Labs im Hinblick auf besonders geeignete Branchen und Unternehmensformen (z. B. Social Entrepreneurship, internetbasierte Unternehmen).

2. Welche technologischen, strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind für die Entwicklung der Lab-Infrastrukturen nötig?

Zu erwarten ist, dass Open-Source-Kollaborationen, vernetzte Produktion, Open Access und Open Data wichtige technologische Rahmenbedingungen für die Labs bilden. Die zu untersuchenden strukturellen Bedingungen schließen sowohl die Einbindung der Labs in Netzwerke mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen als auch die Qualifizierung der Mitarbeiter*innen ein. Hierbei sind auch Fragen der Mitarbeitervertretung zu klären. Schließlich sind rechtliche Rahmenbedingungen zu analysieren, die den Schutz geistigen Eigentums, aber auch die Verwertungsmöglichkeiten der entstehenden Daten und Produkte betreffen.

3. Welche internationalen Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele gibt es im Hinblick auf die Entwicklung der Lab-Infrastrukturen?

Untersucht und verglichen werden internationale Erfahrungen mit der Gestaltung und Entwicklung von Labs in etablierten Industrieländern (USA, Südkorea), in Emerging Economies (Brasilien, China) und Entwicklungsländern. Hierbei werden vor allem die unterschiedlichen Ziele, die Funktionsbedingungen und die Einbindung in die jeweiligen Wirtschaftsstrukturen analysiert. Insbesondere im Hinblick auf Entwicklungsländer stellt sich die Frage, ob Lab-Infrastrukturen neue Formen der Leistungsproduktion bieten und damit Probleme nicht vorhandener Infrastrukturen mindern können (z. B. Mobilfunknetz- und Dienstleistungsaufbau MPESA in Afrika). In den Vorhaben werden fallstudienbasierte Analysen der Funktionsweise der Labs mit direkten Anwendungsprojekten in den Labs verbunden, deren Verlauf und Erfolgsbedingungen durch Begleitforschung untersucht werden.


Mitglieder der Forschungsgruppe

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Prof. Dr. Gesche Joost

Principle Investigator

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Dr. des. Michelle Christensen

Forschungsgruppenleiterin

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Dr. des. Florian Conradi

Forschungsgruppenleiter

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Marie Luise Schulz

Forschungsgruppenassistentin

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Marie Dietze

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Bodo Pahlke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter