Datenbasierte Geschäftsmodellinnovation

Forschungsgruppe 5

Die Forschungsgruppe 5 kombiniert Theoriebildung über Geschäftsmodellinnovation mit der empirischen Analyse sektoraler datenbasierter Innovationsprozesse. So produziert der Mensch in der heutigen Gesellschaft unendlich viele Daten, die nachhaltig beeinflussen, wie Geschäftsmodelle aufgesetzt werden. Die hohe Agilität und Innovationskraft von Startups zwingt auch etablierte Marktteilnehmer dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. In manchen Branchen wie dem Automobilsektor könnte die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle ganze Wertschöpfungsketten verändern und sich erheblich auf Beschäftigung auswirken. Geschäftsmodellinnovation ist folglich auch für die Unternehmenspraxis und Politik ein hoch relevantes Thema.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich die folgenden drei Kernfragen:

1. Welche kognitiven Modelle und Prozesse (von Unternehmer*innen, Manager*innen, Mitarbeiter*innen) fördern Geschäftsmodellinnovation?
Der Schwerpunkt richtet sich an das Design Thinking und die kognitiven Modelle in Startups. Anhand von Fallstudien werden Prozesse der Geschäftsmodellinnovation in Startups analysiert, insbesondere die Rolle von Analogiebildung sowie Rekombination von Technologien und weiteren Faktoren. Untersucht wird auch, wie Unternehmer*innen auf Basis von Geschäftsmodell-Heuristiken neue Opportunitäten für ihre Startups bewerten.

2. Welche neuen unternehmerischen Strukturen und Ressourcen brauchen etablierte Unternehmen für die Entwicklung neuer, datenbasierter Geschäftsmodelle?
In diesen Fragenbereich fällt die Analyse von Geschäftsmodellinnovation durch Spin-offs. Mittels Fallstudien und Experteninterviews soll das Design neuer Geschäftsmodelle und ihrer Ausgründung in etablierten Unternehmen untersucht werden. Dabei geht die Forschungsgruppe unter anderem den Bedingungen und Motiven nach, unter denen eine Ausgründung vollzogen wird sowie der daran anschließenden Ausgestaltung von Organisationsstrukturen in den Startups.

3. Wie verändern sich im sektoralen Vergleich Wertschöpfungsketten und Beschäftigungsstrukturen durch datenbasierte Geschäftsmodellinnovation?
Untersucht wird die Geschäftsmodellinnovation aus einer sektoralen Perspektive, wie im Falle der datengetriebenen Sektorkonvergenz von der Automobil- zur Mobilitätsindustrie. Die traditionellen Automobilproduzenten geraten unter Druck von Konkurrenten aus der IKT-Branche. Dabei zeigt die Entwicklung von Uber, dass ein Geschäftsmodell allein auf Basis von Information, Vermittlung und Abrechnung von Mobilität möglich ist. In diesem Zusammenhang ist zu klären, welche Produkte und Geschäftsmodelle sich durchsetzen und wie sich das auf Industriestrukturen und Beschäftigung auswirkt.


Mitglieder der Forschungsgruppe

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Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer

Principal Investigator

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Dr. Romy Hilbig

FORSCHUNGSGRUPPENLEITERIN

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Dr. André Renz

UDK-KOORDINATOR UND STELLVERTRETENDER FORSCHUNGSGRUPPENLEITER

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Athanasia Theel

PRESSEASSISTENTIN

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Bennet Etsiwah

Doktorand

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Stefanie Hecht

Doktorandin

Fotos: © Pierre-Jérôme Adjedj, © Jan Kopankiewicz