Verantwortung und das Internet der Dinge

Forschungsgruppe 6

Sowohl die rechtliche Regulierung als auch die moralische Sanktionierung der privaten Lebensgestaltung basieren in Deutschland und den meisten Industriestaaten auf der individuellen Selbstbestimmung. Das Individuum trifft dabei Entscheidungen, für die es die volle Verantwortung übernimmt – also Haftungsrisiken auf sich nimmt, Eigentumsrechte erwirbt, Daten preisgibt et cetera. Die allgegenwärtige und allzu oft verborgene Technik kann diese Selbstbestimmung beeinträchtigen, aber auch erweitern.

Neue Märkte, neue Produkte, neue Währungen

Eigentlich geht es beim »Internet der Dinge« gar nicht um »Dinge im oder am Internet«, sondern um einen riesigen neuen Markt mit neuen Produkten und einer neuen Währung. Die Schwergewichte aus dem Silicon Valley lassen sich ihre Produkte vor allem mit Daten bezahlen, wenn wir von den überteuerten Adapterkabeln einmal absehen. Nun fällt beim Drücken eines Lichtschalters kein Datum an, ebenso wenig bei einem beliebigen anderen Haushaltsgerät und auch nicht beim Betrachten einer Litfaßsäule. Das »Internet der Dinge« verspricht nicht weniger, als endlich das gesamte Leben in Daten zu fassen. Doch zentrale Fragen sind nach wie vor ungeklärt: Fragen der Haftung, Fragen der Ethik – kurz: Fragen rund um die Verantwortung und das Internet of Things.

Vereinigung vieler Strömungen und Technikentwicklungen

Das Internet of Things vereint viele Strömungen und Technikentwicklungen. Blicken wir auf die Ubiquität und die eindeutige Adressierung, besitzt das Internet of Things mit der RFID-Technik eine direkte Vorläuferin. In Hinblick auf die Kommunikationsprotokolle erinnert sich die ein oder andere Person vielleicht an Jini, das schon Ende der 1990er versprach, der Kühlschrank kümmere sich um die rechtzeitige Bestellung der Milch. Eine kurze Geschichte der Sensor- und Aktorentechnik im privaten sowie auch und gerade im industriellen Einsatz (»Industrie 4.0«) ergänzt die technik-geschichtliche Betrachtung.

Einfluss des Internet of Things

Das Internet of Things entbirgt den Datenschatten des Menschen in der sinnlich wahrnehmbaren Welt, dies hat einen enormen Einfluss auf die Privatheit, sowohl in negativer wie auch in positiver Hinsicht. Doch wer bewertet, was positiv und was negativ ist? Wann ist der Begriff »Internet of Things« von wem in welchem Kontext geprägt worden? Wie wird über dieses Thema berichtet, welche Strömungen sind zu beobachten, wer beteiligt sich am Diskurs, welche Stimmen werden gehört? All das sind die Fragen, die im Rahmen einer umfassenden Diskursanalyse gestellt und hoffentlich zufriedenstellend beantwortet werden.


Mitglieder der Forschungsgruppe

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Prof. Dr.-Ing. Ina Schieferdecker

Principal Investigator

 

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Dr. Stefan Ullrich

Postdoc und Forschungsgruppenleiter

Stefan Ullrich ist promovierter Diplom-Informatiker und Magister-Philosoph, der sich kritisch mit den Auswirkungen der allgegenwärtigen informationstechnischen Systeme auf die Gesellschaft beschäftigt

 

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Veronika Kirgis

Forschungsgruppenassistentin

 

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Jacob Kröger

Doktorand

Jacob Kröger ist Wirtschaftsinformatiker und promoviert bei Ina Schieferdecker zum Thema “Verantwortung und das Internet of Things”

 

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Andrea Hamm

Doktorandin

Andrea Hamm ist Kommunikationswissenschaftlerin und promoviert bei Ina Schieferdecker zum Thema “Verantwortung und das Internet of Things”.

 

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Hans-Christian Gräfe

Doktorand

Hans-Christian Gräfe ist Volljurist und promoviert bei Ina Schieferdecker zum Thema “Verantwortung und das Internet of Things”.

 

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Anjuman Ara Bithi

Studentische Hilfskraft

 

Towhidur Rahman Bhuiyan

Studentische Hilfskraft

 

Jorinde Duthweiler

Studentische Hilfskraft

Nach Abschluss ihres Bachelors in Architektur studiert Jorinde Duthweiler jetzt Informatik an der TU Berlin.

 

Florian Müller

Studentische Hilfskraft