Arbeiten in hoch automatisierten digital-hybriden Prozessen

Forschungsgruppe 1

Die Forschungsgruppe befasst sich damit, was die Digitalisierung der Arbeitswelt für Beschäftigte in Industrie, Logistik und dem Dienstleistungssektor bedeutet und welche Gestaltungsmöglichkeiten für Akteure in Betrieb und Unternehmen, aber auch für Tarifparteien und hinsichtlich der Regulierung bestehen.

Der Fokus liegt auf dem Arbeiten in automatisierten Prozessen. Unter Automatisierung wird allerdings nicht nur der Einsatz von Maschinen und Robotern verstanden, sondern auch die zunehmende Durchdringung der Arbeitswelt durch vernetzte Systeme und IT-gestütztes Prozessmanagement bis hin zum Einsatz von maschinellem Lernen in Arbeitsprozessen. Der Einsatz dieser Technologien bedeutet in manchen Bereichen die Substitution menschlicher Arbeitskräfte. Noch mehr aber bringt er eine Verschiebung von Tätigkeitsprofilen und eine Modifikation der sozialen Beziehungen zwischen den Akteuren auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene mit sich.

Die Analyse von Gestaltungspotenzialen konkreter Arbeitssituationen findet also mit Blick auf deren Zusammenhänge mit Veränderungen in Produktionsnetzwerken, der Entstehung neuer Geschäftsmodelle und der Hybridisierung von Produkten und Wertschöpfungsprozessen statt. Zentrale Fragestellungen der Forschungsgruppe sind:

  1. Automatisierung und ihre Folgen für Quantität und Qualität der Arbeit
    In welchen Bereichen lassen sich neue Ansätze der Automatisierung identifizieren? Welche Gestaltungsspielräume bestehen bei der Umsetzung von Automatisierungsprozessen? Welche Auswirkungen haben diese auf Beschäftigung, Arbeitsorganisation, Qualifikationsanforderungen
    und Leistungsregulierung?
  1. Produktionssysteme, Prozessmanagement und Arbeit
    Wie verändern sich Prozess- und Arbeitsorganisation im Kontext neuer Geschäftsmodelle und dem Einsatz digitaler Systeme? Welche Auswirkungen gibt es auf die Organisationsstrukturen in Unternehmen, auf Abgrenzungen und Zusammenarbeit zwischen
    Funktionsbereichen, auf Rollendefinitionen? Was bedeutet die Nutzung digitaler Technologien für die Produktionssysteme, etwa im Hinblick auf die Organisation von Optimierungsprozessen?
  1. Arbeit in digitalisierten Wertschöpfungsketten
    Welche Folgen hat die Hybridisierung von Wertschöpfungsnetzwerken für den Arbeitsprozess? Verändern sich die Struktur der Wertschöpfungsketten und die Geographie der Arbeitsteilung? Erleichtert die Digitalisierung der Wertschöpfung die Verlagerung
    von Arbeit oder lässt sich etwa eine Wiederansiedlung industrieller Produktion an Hochlohnstandorten („re-shoring“) beobachten? Welche Folgen hat dies für die Quantität und Qualität von Arbeit in verschiedenen Regionen?

Publikationen der Forschungsgruppe

  • Krzywdzinski, Martin (2018): “Wie gute Arbeit in der Industrie 4.0 geschaffen werden kann”. In: Böll.Thema – Das Magazin der Heinrich-Böll-Stiftung, S. 11-13.
  • Staab, Philipp/Butollo, Florian (2018): Digitaler Kapitalismus. Wie China das Silicon Valley herausfordert. WISO direkt 3. 1-4:.
  • Krzywdzinski, Martin (2017): “Automation, Skill Requirements and Labour-Use Strategies. High-Wage and Low-Wage Approaches to High-Tech Manufacturing in the Automotive Industry”. In: New Technology, Work and Employment, Vol. 32, No. 3, S. 247-267.
  • Gerber, Christine/Krzywdzinski, Martin (2017): “Schöne neue Arbeitswelt? Arbeitsbedingungen in der Crowd”. In: Regine Romahn (Hg.): Arbeitszeit gestalten. Wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis. Marburg: Metropolis-Verlag, S. 203-208.

Mitglieder der Forschungsgruppe

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PD Dr. Martin Krzywdzinski

Principal Investigator

Martin Krzywdzinski ist als PI für die Forschungsgruppe verantwortlich. Er ist außerdem Leiter der Projektgruppe „Globalisierung, Arbeit und Produktion“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

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Dr. Florian Butollo

Forschungsgruppenleiter

Florian Butollo koordiniert die Forschungsgruppe. Zuvor arbeitete er seit 2013 im Bereich „Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie“ an der Universität Jena. Forschungsinteressen: Digitalisierung und Arbeit; Arbeit in globalen Produktionsnetzwerken;
digitale Wertschöpfung in Deutschland und China.

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Sonata Cepik

FORSCHUNGSGRUPPENASSISTENTIN

Sonata Cepik ist Forschungsgruppenassistentin der Forschungsgruppen 1, 12 und 18. Sie hat einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft und absolvierte 2010 die Fremdsprachenausbildung zur Fremdsprachensekretärin in Englisch und Spanisch.

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Dr. Philip Wotschack

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Im Rahmen seiner Forschung befasst sich Philip Wotschack mit Fragen der betrieblichen Weiterbildung und des Lebenslangen Lernens vor dem Hintergrund von Digitalisierung und sozialer Ungleichheit.

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Patricia de Paiva Lareiro

Doktorandin

Patricia de Paiva Lareiro ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe. Zuvor studierte sie Soziologie mit Schwerpunkt auf Industrie- und Organisationssoziologie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Forschungsinteressen:
Digitalisierung und Arbeit; Empowerment und Mitbestimmung

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Robert Koepp

Doktorand

Robert Koepp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe. Zuvor war er wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Industrie- und Wirtschaftssoziologie der BTU Cottbus. Forschungsinteressen: Digitale Leistungskontrolle; Labour
Process Analysis; Kritische und vergleichende politische Ökonomie

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Jobst Gaus

Studentische Hilfskraft

Jobst Gaus studiert im Master „Soziologie – Europäische Gesellschaften“ an der Freien Universität Berlin

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Sana Ahmad

Doktorandin

Sana Ahmad ist Doktorandin an der Freien Universität Berlin.

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Clara Hanfland

Studentische Hilfskraft